Das Naturbad Maria Einsiedel liegt am Isarwerkkanal, wenige Gehminuten von der U3 entfernt. Sein Wasser kommt direkt aus dem Kanal und wird biologisch gereinigt — ganz ohne Chlor. Man merkt das schon am Geruch: Hier riecht es nach Wiese und Fluss, nicht nach Schwimmbad.
Das Wasser ist kalt. Wirklich kalt.
Kanalwasser ist Isarwasser, und die Isar kommt aus den Bergen. Auch im Hochsommer bleibt das Becken deutlich kühler als jedes beheizte Freibad. Am Saisonanfang kostet der erste Sprung Überwindung — genau das macht ihn für viele im Viertel zum Ritual. Geh langsam rein, atme ruhig weiter und bleib beim ersten Mal nur kurz drin. Der Körper gewöhnt sich schneller daran, als du denkst.
So klappt dein erster Badetag
Komm an warmen Wochenenden früh, dann findest du noch einen Platz mit Schatten auf der Liegewiese. Pack ein zweites Handtuch ein — eines zum Abtrocknen, eines zum Draufliegen — und eine warme Schicht für danach: Nach Kanalwasser friert man schneller, als die Sonne wärmt. Wer es ruhiger mag, kommt unter der Woche am Vormittag. Dann gehört das Becken den Stammgästen, und die Wiese ist noch leer.
Das Bad selbst ist überschaubar und unaufgeregt: Becken, Wiese, alte Bäume. Genau dafür lieben es die Leute hier. Wer Rutschen und Sprudelbecken sucht, ist woanders besser aufgehoben.
Zur Ausstattung gehört das Nötige: Umkleiden, sanitäre Anlagen, viel Wiese unter altem Baumbestand. Der Rest ist Verhandlungssache zwischen dir und dem Wasser. Viele kommen ihr Leben lang — erst als Kind an der Hand, später mit eigenen Kindern. So ein Bad ist weniger Freizeitpark als Infrastruktur fürs Viertel.
Nach dem Baden
Der schönste Rückweg führt am Kanal entlang. Ein paar Minuten flussabwärts liegt die Floßlände, wo du den Surferinnen und Surfern auf der stehenden Welle zuschauen kannst; in der Gegenrichtung beginnt der Auwald Richtung Stadtgrenze. Und gleich um die Ecke steht das Asam-Schlössl, das dem Ortsteil seinen Namen mitgegeben hat — falls du nach dem kalten Wasser etwas Warmes brauchst, bist du hier richtig. Wenn du magst, machst du daraus eine kleine Runde: Bad, Kanalweg, Floßlände und zurück — eine Stunde, die sich wie Urlaub anrechnet.
Und das Anbaden selbst braucht keine Anleitung: reingehen, kurz schnaufen, wieder rausgehen, grinsen. Willkommen in der Saison.
Zuletzt aktualisiert: Juli 2026