Cosmas Damian und Egid Quirin Asam waren das berühmteste Künstlerduo des bayerischen Barock: der eine Maler, der andere Bildhauer und Stuckateur. Ihre Fresken und Altäre stehen in Kirchen quer durch Süddeutschland und darüber hinaus. Ihr Rückzugsort aber lag in Thalkirchen.

Ausgebildet wurden die Söhne des Malers Hans Georg Asam in Rom; zurück in Bayern machten sie den römischen Barock zur eigenen Handschrift und arbeiteten für Klöster und Stifte zwischen Donau und Alpen. Wer so viel Theatralik produziert, braucht offenbar einen stillen Ort zum Ausruhen.

Ein Sommerhaus in Maria Einsiedel

1724 kaufte Cosmas Damian Asam ein Landgut am südlichen Rand des Viertels und baute es zum großzügigen Künstlerhaus um — das Asam-Schlössl in der Maria-Einsiedel-Straße. Die Fassade bemalte er um 1729/30 selbst mit Fresken, dazu ließ er sich einen barocken Garten anlegen. Bezahlt hat er das Anwesen mit dem Honorar für seine Arbeiten im Schweizer Kloster Einsiedeln — und ihm zu Ehren nannte er sein Gut Maria Einsiedel. Der Name blieb am ganzen Ortsteil hängen.

Gegenüber dem Schlössl ließ Asam noch eine Kapelle errichten, fertig 1730; nach der Säkularisation wurde sie 1804 abgebrochen. Das Haus selbst steht bis heute, ist als Baudenkmal geschützt und wird seit Langem als Gasthaus genutzt. Bis zu seinem Tod 1739 verbrachte der Maler hier seine Sommer.

Warum die beiden so berühmt wurden

Die Brüder beherrschten das barocke Gesamtkunstwerk: Architektur, Malerei, Stuck und Licht aus einer Hand. Ihr bekanntestes Werk steht in der Sendlinger Straße — die Asamkirche, offiziell St. Johann Nepomuk, ab 1733 als Privatkirche direkt neben dem Wohnhaus von Egid Quirin gebaut. Wer einmal in diesem engen, überwältigend ausgestatteten Raum stand, versteht, warum die Asams zum Ausgleich die Ruhe an der Isar suchten.

Wer den Spuren nachgehen will, braucht einen Nachmittag: erst die Asamkirche in der Innenstadt, dann mit der U3 hinaus nach Thalkirchen und zu Fuß nach Maria Einsiedel. Barock, Kanal, Einkehr — die Reihenfolge darfst du selbst bestimmen.

Ein Weltkünstler, der sich zum Feierabend an den Kanal setzt: Das Prinzip Thalkirchen ist offenbar dreihundert Jahre alt.

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Zuletzt aktualisiert: Juli 2026