Wer an der Station Thalkirchen aussteigt, könnte meinen, hier endet die Stadt: Isar, Auwald, Zoo. Tatsächlich fährt die U3 weiter bis Fürstenried West — die Endstation ist Thalkirchen nur gefühlt. Für die meisten Fahrgäste ist sie trotzdem das Ziel. Kaum eine andere Station der Stadt hat ein klareres Publikum: Familien, Radler, Badegäste — und alle wollen ins Grüne.

Tiere an den Wänden

Der Bahnhof wurde 1989 eröffnet, und sein offizieller Name macht keine Umwege: Thalkirchen (Tierpark) — der Klammerzusatz ist Programm. Die Wände hinter den Gleisen sind mit gemalten Tierbildern gekachelt — geschaffen von der Münchner Künstlerin Ricarda Dietz. Schon am Bahnsteig ist klar, wohin die meisten wollen. Dazu kommt die auffällig lange Rolltreppe ans Tageslicht. Wer sie hochfährt, hat Zeit, den Tag zu planen — und wer unten ankommt, hat die Stadt schon halb vergessen.

Von hier aus geht alles

Die Station ist das Tor zum Viertel: wenige Minuten zum Isar-Eingang des Tierparks, zur Brücke über die Isar, zum Campingplatz an der Zentralländstraße und zu den Wegen Richtung Naturbad Maria Einsiedel. Selbst der Flaucher ist zu Fuß gut erreichbar, wenn du den Spaziergang durch die Auen als Teil des Programms nimmst. In die Gegenrichtung bringt dich die U3 ohne Umsteigen zum Sendlinger Tor und zum Marienplatz — rund zehn Minuten, dann stehst du mitten in der Stadt. Wer vom Flaucher zurückkommt, nimmt alternativ die Station Brudermühlstraße; die liegt näher an den Kiesbänken.

Für den Alltag im Viertel ist die Linie der Taktgeber: morgens stadteinwärts voll, nachmittags stadtauswärts — dann mit Badetaschen, Bollerwagen und Zoo-Luftballons. An Sommerwochenenden erkennst du die Tageszeit an der Ladung der Fahrgäste.

Mit dem Rad in die Bahn

Viele kombinieren die U3 mit dem Rad: hinaus mit der Bahn, zurück am Fluss — oder umgekehrt. Die Radmitnahme ist möglich, unter der Woche gelten allerdings Sperrzeiten im Berufsverkehr. Außerhalb davon findest du im Wagen meist genug Platz, und ab Thalkirchen bist du in einer Minute auf den Auenwegen. Faustregel: vormittags raus aus der Stadt, abends zurück — dann fährst du gegen den Strom.

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Zuletzt aktualisiert: Juli 2026